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Eine Kosmetik ohne Schadstoffe erkennen Sie nicht am Werbeversprechen. Sie erkennen sie an der Liste der Inhaltsstoffe. Wörter wie „chemiefrei“ oder „clean“ sind nicht gesetzlich definiert. Die INCI-Liste dagegen ist Pflicht und vollständig. Wer sie lesen kann, findet eine Gesichtscreme oder einen Balsam mit kurzer, nachvollziehbarer Rezeptur. Dieser Ratgeber zeigt, was „schadstofffrei“ im Alltag bedeutet, welche Sicherheitsregeln in Großbritannien gelten, welche Stoffe viele Menschen bewusst meiden und wie Sie Schritt für Schritt das passende Produkt finden.

Fierce Nature
Pflege mit nachvollziehbaren Inhaltsstoffen
Fierce Nature fertigt handgemachte Hautpflege in Großbritannien mit natürlich gewonnenen Zutaten und reinem Bio-Talg als Grundlage.
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Kurz gesagt

  • „Chemiefrei“ gibt es nicht. Alles besteht aus chemischen Stoffen, auch Wasser und Talg.
  • In Großbritannien muss jedes Kosmetikprodukt vor dem Verkauf eine Sicherheitsbewertung durchlaufen.
  • Die INCI-Liste nennt alle Inhaltsstoffe, sortiert nach Menge. Sie ist die verlässlichste Information auf der Verpackung.
  • Viele Käuferinnen meiden synthetische Duftstoffe, Mineralöle, Silikone und PEG. Eine kurze Rezeptur macht die Auswahl einfacher.
  • Bei empfindlicher Haut zählt eine überschaubare Zutatenliste mit wenigen, bekannten Rohstoffen.

Inhaltsverzeichnis

Was „ohne Schadstoffe“ wirklich bedeutet

Der Begriff „Kosmetik ohne Schadstoffe“ ist kein Fachbegriff und kein geschütztes Label. Er beschreibt einen Wunsch: Pflege, die keine unnötigen oder umstrittenen Stoffe enthält.

Wichtig ist die Abgrenzung zu „chemiefrei“. Jeder Stoff ist eine Chemikalie. Das gilt für Wasser, für Pflanzenöle, für Bienenwachs und für Talg. Der britische Branchenverband der Kosmetikhersteller weist seit Jahren darauf hin, dass „chemiefrei“ auf Verpackungen irreführend ist. Auch Dermatologinnen sehen das so.

Dasselbe gilt für „clean“, „natürlich“ oder „non-toxic“. Für diese Wörter gibt es kein Gesetz, keinen Grenzwert und kein Register. Jede Marke kann sie anders verwenden.

Was bleibt also? Sinnvoll ist eine andere Frage: Welche Stoffe sind im Produkt enthalten, und brauche ich sie? Eine Rezeptur mit wenigen, gut bekannten Rohstoffen ist leichter zu beurteilen als eine Liste mit 40 Positionen. Genau darum geht es bei schadstofffreier Kosmetik in der Praxis: um Transparenz und um eine bewusste Auswahl.

Mehr zum Hintergrund lesen Sie in unserem Beitrag Clean Beauty: worauf Sie achten sollten.

Welche Sicherheitsregeln in Großbritannien gelten

Kosmetik ist in Großbritannien streng geregelt. Die Grundlage ist die frühere EU-Kosmetikverordnung, die nach dem Brexit in britisches Recht übernommen wurde. Für Großbritannien gilt seitdem ein eigenes System.

Die wichtigsten Punkte:

  1. Sicherheit ist Pflicht. Ein Kosmetikprodukt muss bei normaler und vernünftigerweise vorhersehbarer Anwendung sicher sein.
  2. Sicherheitsbericht vor dem Verkauf. Für jedes Produkt braucht es einen Cosmetic Product Safety Report (CPSR). Ihn unterschreibt eine qualifizierte Fachperson für Sicherheitsbewertung. Ohne positiven Bericht darf das Produkt nicht verkauft werden.
  3. Verantwortliche Person. Für jedes Produkt auf dem britischen Markt ist eine „Responsible Person“ mit Sitz im Land benannt. Sie haftet für Sicherheit und Kennzeichnung.
  4. Verbotene und eingeschränkte Stoffe. Das Gesetz führt eine Liste verbotener Stoffe (Anhang II) und eine Liste eingeschränkter Stoffe (Anhang III). Farbstoffe, Konservierungsmittel und UV-Filter sind nur erlaubt, wenn sie ausdrücklich gelistet sind.
  5. Besondere Sorgfalt bei Kinderprodukten. Für Produkte für Kinder unter drei Jahren ist eine eigene Sicherheitsbewertung vorgesehen.

Die Liste der verbotenen Stoffe wächst. Am 31. Januar 2025 trat eine Änderung in Kraft, die weitere Stoffe mit krebserregenden, erbgutverändernden oder fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften (CMR-Stoffe) in Anhang II aufnahm. Weitere Erweiterungen folgen regelmäßig.

Was heißt das für Sie? Ein legal verkauftes Produkt hat eine Sicherheitsprüfung bestanden. Die Wahl einer bestimmten Rezeptur ist darüber hinaus eine persönliche Entscheidung: für weniger Zutaten, für natürliche Rohstoffe, für eine bestimmte Herkunft.

Inhaltsstoffe, die viele Käuferinnen bewusst meiden

Wer nach Kosmetik ohne bedenkliche Inhaltsstoffe sucht, hat meist eine bestimmte Gruppe von Stoffen im Blick. Die Fachliteratur befasst sich vor allem mit Konservierungsmitteln, UV-Filtern und Duftstoffen. Ein Thema der Forschung ist dabei die Kombination vieler Stoffe über lange Zeit, denn die meisten Stoffe werden einzeln bewertet.

Die folgende Übersicht zeigt häufig gemiedene Stoffgruppen und wie Sie sie in der INCI-Liste erkennen. Viele davon sind auch in anerkannten Naturkosmetik-Standards ausgeschlossen.

Stoffgruppe So steht es oft in der INCI-Liste Warum viele sie meiden
Synthetische Duftstoffe Parfum, Fragrance Sammelbegriff, einzelne Bestandteile oft nicht genannt
Mineralöle und Paraffine Paraffinum Liquidum, Petrolatum, Cera Microcristallina Erdölbasis, Wunsch nach natürlichen Fetten
Silikone Dimethicone, Cyclopentasiloxane, Endungen auf „-cone“ oder „-siloxane“ Synthetisch, legen sich als Film auf die Haut
PEG-Verbindungen PEG-40, PEG-100 Stearate, Ceteareth Synthetische Emulgatoren
Synthetische Farbstoffe CI-Nummern mit organischem Ursprung Nicht nötig für die Pflegewirkung
Bestimmte Kunststoffe Acrylates Copolymer, Polyethylene, Nylon-12 Mikroplastik-Thema

Zu Duftstoffen haben wir eine eigene Einordnung geschrieben: synthetische Duftstoffe und warum wir sie meiden.

Ein Hinweis zur Tabelle: Sie ist eine Orientierungshilfe für Ihre Auswahl. Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose. Wenn Sie auf einen bestimmten Stoff allergisch reagieren, nennt Ihnen Ihre Hautärztin nach einem Allergietest die genaue INCI-Bezeichnung, nach der Sie suchen sollten.

So lesen Sie die INCI-Liste in fünf Schritten

Die INCI-Liste steht auf der Verpackung, meist unter der Überschrift „Ingredients“. Sie ist international einheitlich. Das ist praktisch, denn so können Sie Produkte aus Großbritannien, Deutschland oder Frankreich gleich gut vergleichen.

  1. Reihenfolge beachten. Die Stoffe stehen nach Menge sortiert, der größte Anteil zuerst. Die ersten drei bis fünf Zutaten machen den Großteil des Produkts aus.
  2. Länge prüfen. Eine kurze Liste ist leichter zu beurteilen. Ein wasserfreier Balsam kommt oft mit wenigen Zutaten aus, weil er kein Wasser und daher weniger Emulgatoren braucht.
  3. Lateinische Namen lesen. Pflanzliche Stoffe stehen mit ihrem botanischen Namen, zum Beispiel „Butyrospermum Parkii Butter“ für Sheabutter oder „Simmondsia Chinensis Seed Oil“ für Jojobaöl. Talg erscheint häufig als „Tallow“ oder „Bos Taurus Tallow“.
  4. Sammelbegriffe erkennen. „Parfum“ oder „Fragrance“ kann viele Einzelstoffe enthalten. Natürliche ätherische Öle stehen dagegen oft mit ihrem eigenen Namen in der Liste.
  5. Zusätzliche Übersetzungen richtig einordnen. Manche Hersteller drucken eine deutsche Übersetzung dazu. Diese muss nicht vollständig sein. Maßgeblich ist immer die INCI-Liste selbst.

Werbeaussagen wie „frei von“ sind ein Hinweis, mehr nicht. Die Zutatenliste ist die einzige vollständige Quelle dazu, was wirklich im Produkt steckt.

Naturkosmetik und schadstofffreie Kosmetik: der Unterschied

Viele Menschen setzen Naturkosmetik ohne Schadstoffe mit schadstofffreier Kosmetik gleich. Ganz deckungsgleich sind die Begriffe nicht.

Naturkosmetik beschreibt die Herkunft der Rohstoffe: pflanzlich, mineralisch oder tierisch. Der Begriff ist jedoch nicht gesetzlich geschützt. Es gibt kein einheitliches Label, und verschiedene Siegel haben unterschiedliche Anforderungen.

Schadstofffreie Kosmetik beschreibt dagegen einen Verzicht: auf bestimmte synthetische Stoffe, die die Käuferin nicht auf der Haut haben möchte.

In der Praxis überschneiden sich beide stark. Bekannte Naturkosmetik-Standards wie COSMOS schließen Paraffine und andere Erdölprodukte, Silikone, PEG, synthetische Duftstoffe sowie organisch-synthetische Farbstoffe und Lichtschutzfilter aus. Für die Stufe „COSMOS Organic“ müssen zudem mindestens 95 Prozent der pflanzlichen oder tierischen Rohstoffe aus biologischer Landwirtschaft stammen.

Siegel geben eine erste Orientierung. Ob ein Produkt eher konventionell oder natürlich ist, klärt aber am Ende die Liste der Inhaltsstoffe. Das betonen auch Verbraucherschützer. Wer die INCI-Liste lesen kann, kann jede Rezeptur selbst einordnen, mit oder ohne Logo auf der Dose.

Unser Beitrag zu den Vorteilen nicht-toxischer Hautpflege geht auf diesen Wechsel genauer ein.

Eine schadstofffreie Gesichtscreme für empfindliche Haut finden

Empfindliche Haut reagiert schnell: mit Rötungen, Spannen oder Juckreiz. Gerade hier lohnt sich eine bewusste Auswahl der Gesichtspflege.

Worauf Sie achten können:

  • Kurze Zutatenliste. Je weniger Stoffe, desto leichter lässt sich nachvollziehen, was die Haut bekommt.
  • Ohne synthetische Duftstoffe. Achten Sie auf „Parfum“ oder „Fragrance“ in der INCI-Liste. Wer auch auf natürliche Düfte empfindlich reagiert, wählt eine unparfümierte Variante.
  • Hautverwandte Fette. Reichhaltige Fette wie Talg, Sheabutter oder Jojobaöl stehen bei trockener und gereizter Haut weit oben auf vielen Wunschlisten.
  • Wasserfreie Texturen. Ein Balsam braucht kein Wasser in der Rezeptur. Damit entfallen viele der Hilfsstoffe, die Cremes mit hohem Wasseranteil benötigen.
  • Eine Routine mit wenigen Schritten. Reinigen, pflegen, schützen: Das reicht für viele Hauttypen.

Wie eine einfache Routine aussehen kann, zeigt unser Leitfaden natürliche Hautpflegeroutine aufbauen.

Wenn die Haut reagiert: Bei Ausschlag, starker Rötung oder Schwellung nach dem Auftragen waschen Sie das Produkt ab und wenden es nicht weiter an. Lassen Sie die Reaktion von Ihrer Hausarztpraxis (GP) oder einer Hautärztin abklären. Bewahren Sie das Produkt mit Verpackung auf, damit die Inhaltsstoffe geprüft werden können. In Großbritannien können Sie eine Reaktion dem Hersteller melden und sich über den Citizens Advice Verbraucherservice an Trading Standards wenden. Bei Atemnot oder Schwellung im Gesicht rufen Sie sofort den Notruf 999.

Talg als Grundlage für natürliche Pflege

Talg ist ein tierisches Fett, gewonnen aus Rindernierenfett. Er wird seit Jahrhunderten zur Seifenherstellung und als Hautpflege verwendet. In der INCI-Liste steht er meist als „Tallow“.

Warum setzen Marken für natürliche Hautpflege auf Talg?

  • Ein Rohstoff mit langer Tradition. Talg war über Generationen ein fester Teil der Hautpflege.
  • Reichhaltige Textur. Talg ist bei Raumtemperatur fest und schmilzt auf der Haut. Damit eignet er sich gut als Basis für Balsame.
  • Kurze Rezepturen. Ein Talgbalsam kommt mit wenigen Zutaten aus. Das macht die INCI-Liste übersichtlich.
  • Vielseitig. Aus Talg entstehen Gesichtsbalsame, Körperbalsame und Seifen.

Bei Fierce Nature ist reiner Bio-Talg die Grundlage aller Produkte. Die Balsame werden von Hand in Großbritannien hergestellt, mit natürlich gewonnenen Zutaten und ohne synthetische Zusätze.

Unsere Sicht auf Kosmetik ohne Schadstoffe

Fierce Nature ist aus einer persönlichen Erfahrung entstanden. Die Gründerin wuchs in Südafrika mit herkömmlicher Kosmetik auf: Rasiergel, Enthaarungscreme, Lippenstift. Als Jugendliche hatte sie immer wieder Hautausschläge und Reaktionen, ohne den Grund zu kennen.

In den letzten zehn Jahren hat ihre Arbeit sie zu Themen wie Darmgesundheit und der Belastung des Körpers durch viele Stoffe von Geburt an geführt. Daraus ist eine klare Haltung entstanden: Hautpflege braucht keine langen Zutatenlisten und keine großen Versprechen.

Wir setzen deshalb auf reinen Bio-Talg als Basis. Talg wird seit Jahrhunderten als Hautpflege genutzt, um die Haut glatter, geschmeidiger und gut genährt wirken zu lassen. Wir sehen ihn als nährende Hautnahrung, die tief einzieht.

Alle unsere Produkte werden von Hand in Großbritannien gefertigt. Wir verwenden hochwertige, natürlich gewonnene Zutaten und verzichten auf synthetische Zusätze. Unsere Inspiration kommt aus der Natur: Wir sind aus dem Land gewachsen, und dort suchen wir auch nach Nährstoffen für die Haut.

Unser Rat an alle, die Kosmetik ohne Schadstoffe suchen: Lesen Sie die Zutatenliste. Eine Rezeptur, die Sie verstehen, ist eine Rezeptur, der Sie vertrauen können.

Fierce Nature

Talgbalsame und mehr von Fierce Nature

Für Gesicht und Körper gibt es die Face and Body Balms, handgefertigt mit Bio-Talg als Basis. Weitere Linien:

Außerdem im Shop von Fierce Nature: Beauty Sticks, Skin Tints, Mineral Loose Powder, Body Shimmer, die Luxe Balm Collection und Skincare Tools.

Häufige Fragen

Welche Kosmetikmarken sind ohne Schadstoffe?

Es gibt kein offizielles Verzeichnis schadstofffreier Marken, weil der Begriff nicht definiert ist. Achten Sie auf Marken, die ihre vollständige INCI-Liste offen zeigen und auf kurze Rezepturen setzen. Fierce Nature stellt alle Produkte von Hand in Großbritannien her, mit Bio-Talg als Basis und ohne synthetische Zusätze.

Ist Naturkosmetik automatisch schadstofffrei?

Nicht automatisch, denn „Naturkosmetik“ ist kein geschützter Begriff. Zertifizierte Naturkosmetik schließt viele synthetische Stoffe wie Silikone, Paraffine und PEG aus. Sicherheit gibt Ihnen der Blick in die INCI-Liste.

Was ist die natürlichste Hautpflege?

Die natürlichste Hautpflege besteht aus wenigen, unverarbeiteten Rohstoffen in einer einfachen Routine. Wasserfreie Balsame aus natürlichen Fetten wie Talg kommen mit besonders kurzen Rezepturen aus. Eine sanfte Reinigung, etwa mit Talgseife, ergänzt die Pflege.

Wie finde ich eine Gesichtscreme ohne bedenkliche Inhaltsstoffe?

Prüfen Sie die ersten fünf Zutaten der INCI-Liste und achten Sie auf Sammelbegriffe wie „Parfum“. Meiden Sie Stoffe, die Sie nicht möchten, etwa Silikone oder Mineralöle. Eine kurze, verständliche Liste ist ein guter Ausgangspunkt.

Sind in Großbritannien verkaufte Kosmetika geprüft?

Ja. Jedes Kosmetikprodukt braucht vor dem Verkauf einen Sicherheitsbericht, den eine qualifizierte Fachperson unterschreibt. Zusätzlich gelten Listen mit verbotenen und eingeschränkten Stoffen, die regelmäßig erweitert werden.

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